01.02.2018

„Sprache begleitet uns immer und überall“

Caroline Schmidt arbeitet seit August als Sprachfachkraft in der Caritas Kita St. Eligius

Alle Kindertagesstätten im Verbund der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken beteiligen sich an dem 2016 gestarteten Bundesprogramm „Sprach – Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (siehe separater Artikel). In der 2. Förderwelle macht sich derzeit die Caritas Kita St. Eligius auf den Weg zur Sprach-Kita. Dafür ist seit August Caroline Schmidt als Sprachfachkraft mit einer halben Stelle beschäftigt.


Die gelernte Heilerziehungspflegerin macht derzeit eine Weiterbildung zur Fachkraft für Sprache und interkulturelle Bildung an der HTW Saar. Sie ist sich sicher: „Sprache begleitet uns immer und überall, sie steht im Mittelpunkt unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Es ist spannend zu sehen, wie mithilfe von Sprache verschiedene Prozesse in Gang gesetzt werden können.“ Caroline Schmidts Aufgabe im Rahmen des Bundesprogrammes „Sprach-Kita“ ist es, die pädagogischen Fachkräfte zu begleiten, zu unterstützen und zu beraten, um sprachliche Bildung noch mehr in den Fokus des Kita-Alltags zu setzen. Auch das exemplarische Arbeiten mit den Kindern und die Zusammenarbeit mit den Eltern sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Dabei wird sie gemeinsam mit Kita-Leiterin Birgit Staub in regelmäßigen Treffen mit anderen Sprach-Kitas durch eine externe Fachberatung unterstützt und begleitet.


Alle ein bis zwei Monate gibt es ein Netzwerktreffen aller fünf Kindertagesstätten im cts-Verbund. „Meine Sprachfachkraft-Kolleginnen sind schon seit Beginn der 1. Förderwelle Teil des Bundesprogrammes und haben beispielsweise die „Schatzinsel – Sprach-Kita“ als Projekt mit Materialien für die Arbeit im pädagogischen Team und der Elternarbeit ausgearbeitet. Bei den Treffen können wir uns regelmäßig austauschen, voneinander lernen und profitieren“, sagt Caroline Schmidt.


„Bei meinem Arbeitseintritt war es mir ganz wichtig, mir die Zeit zu nehmen, zunächst einmal alle Kinder und Kolleginnen kennen zu lernen, um so eine Vertrauensbasis zu schaffen. Denn dies ist die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit“, sagt Schmidt. Die ersten Wochen hospitierte sie zunächst in allen Gruppen und stellte für sich fest, dass über die Hälfte der Kinder in den Gruppen einen Migrationshintergrund hat und es auch in jeder Gruppe Kinder gibt, die gar kein Deutsch sprechen.


Während ihrer Hospitationsphase ist ihr auch das Projekt „Sprache verbindet“ von Anerkennungspraktikantin Elena Kilper aufgefallen. Kilper hat ebenfalls erkannt, dass Sprache eines der wichtigsten Themen in der Kita ist: „Es gibt hier so viele Kinder, die die deutsche Sprache nicht kennen. Ich versuche das Lernen mit Dingen zu verbinden, die sie kennen und an denen sie Spaß haben.“ Zunächst standen verschiedene Körperteile und Empfindungen im Mittelpunkt. Dann ist sie zum Lebensbereich Essen übergegangen, zeigt den Kindern Küchenutensilien und übt spielerisch die Begriffe mit ihnen. Caroline Schmidt überlegt nun, wie sie einzelne Impulse aus diesem Projekt durch exemplarisches Arbeiten in die anderen Gruppen einbringen kann.


Seit sie sich erinnern kann, hat die Heilerziehungspflegerin ein Interesse an fremden Ländern und Kulturen, reist gerne und viel. 2015/2016 verbrachte sie neun Monate als AuPair in Australien. Und schon während der Schule war ihr klar, dass sie im sozialen Umfeld mit Menschen arbeiten will. „Die Entwicklung von Kindern und deren schnellen Lernerfolge sind unglaublich interessant zu beobachten“, sagt Caroline Schmidt, die vor ihrer Anstellung in der Caritas Kita St. Eligius in der Integrativen Kita im Theresienheim gearbeitet hat, einer weiteren Kita im cts-Verbund. „Den Einblick, den wir in die Lebenswelten der vielen Familien und der unterschiedlichen Kulturen bekommen, finde ich wahnsinnig spannend.“


Kita-Leiterin Birgit Staub ist begeistert von der Verstärkung in ihrer Einrichtung: „Die empathische Art und Weise, wie Caroline Schmidt auf die Kinder zugeht und ihnen Sprachvorbild ist, ist eine Bereicherung für uns.“

 

Der Schlüssel zur Welt
Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“

„Alle Kinder sollen von Anfang an von guten Bildungsangeboten profitieren“ – mit diesem Leitsatz ist im Januar 2016 das neue Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestartet. Mit dem neuen Programm fördert das Bundesfamilienministerium alltagsintegrierte sprachliche Bildung als festen Bestandteil in der Kindertagesbetreuung.


Studien haben gezeigt, dass sprachliche Kompetenzen einen erheblichen Einfluss auf den weiteren Bildungsweg und den Einstieg ins Erwerbsleben haben. Dies gilt besonders für Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien und Familien mit Migrationshintergrund. Das Programm richtet sich hauptsächlich an Kitas, die von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit besonderem sprachlichen Förderbedarf besucht werden.


Dabei stehen drei Schwerpunkte im Mittelpunkt: die Alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die Inklusive Pädagogik und die Zusammenarbeit mit Familien. Das Bundesprogramm stärkt die pädagogischen Fachkräfte in den Sprach-Kitas darin, die Sprachentwicklung der Kinder und ihr eigenes Sprachverhalten systematisch zu beobachten und Ideen für die sprachpädagogische Arbeit im Kita-Alltag abzuleiten.

Mehr Informationen zu dem Programm gibt es auf https://sprach-kitas.fruehe-chancen.de/

Caritas Kindertagesstätte St. Eligius Aachenerstraße 32, 66115 Saarbrücken Anfahrt